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<h2><strong>Werbevorschriften für Heilpraktiker Psychotherapie</strong></h2>
<p>Zu der Ausbildung Heilpraktiker Psychotherapie gehören auch Kenntnisse über Vorschriften, die die Werbung gesetzlich regeln. Diese gesetzlichen Bestimmungen sind ständigen Änderungen unterworfen. Daher sind diese Angaben vorbehaltlich von Aktualisierungen zu verstehen und von jeder Gewährleistung ausgenommen. Es empfiehlt sich, vor Praxiseröffnung aktuell eine Fachberatung durch einen entsprechenden Fachmann in Anspruch zu nehmen.</p>

 

Rechtsform

Die Rechtsform beschreibt die Art, wie die freiberufliche Tätigkeit ausgeübt wird. Automatisch ist der Freiberufler mit Beginn seiner Tätigkeit ein Einzelunternehmen. Die Praxisgemeinschaft ist die einfachste Form einer Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren Personen. Dies geschieht einzig, um die Kosten gering zu halten: Z.B. mehrere Selbstständige mieten eine gemeinsame Praxis und richten ein gemeinsames Sekretariat ein. Es sollte vertraglich geregelt werden, wer welchen Miet- oder sonstigen Kostenanteil übernimmt, sonst wird es im Streitfall (z.B. Auszug Einzelner, gemeinsam angeschaffte Gegenstände) kompliziert.

Auftritt nach außen

Als Freiberufler in Form eines Einzelunternehmens können sogenannte Etablissement-Bezeichnungen verwendet werden. Zu dieser Bezeichnung muss der Nachname und ein ausgeschriebener Vorname angegeben werden, z.B. Heilpraktikerpraxis Psychotherapie Karl Müller. Reine Firmenbezeichnungen ohne Eigennamen dürfen nur von der GmbH oder Aktiengesellschaft verwendet werden, und müssen im Handelsregister eingetragen sein.

Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut ist dem Heilpraktiker Psychotherapie nicht erlaubt. Die erlaubten Bezeichnungen sind in den einzelnen Bundesländern leicht abweichend. Generell ist akzeptiert: Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie.

Werbung

Die Heilpraktikerschaft besitzt seit 1945 kein rechtlich verbindliches Standesrecht mehr. Im Jahre 1992 wurde die ursprünglich verbindliche Berufsordnung (BOH) mit entsprechenden Änderungen von den sechs großen Heilpraktikerverbänden als Satzungsrecht mit verbandsinternem Geltungswillen für die Mitglieder beschlossen.
Da jedoch die BOH nicht einheitlich für alle Heilpraktiker gilt, besitzt sie auch keine rechtliche Bindungswirkung. Das früher allgemein unterstellte Werbeverbot wurde von Bundesgerichtshof als nicht verbindlich festgestellt.
Der Heilpraktiker unterliegt somit keinem generellen gesetzlich normierten Werbeverbot. Jedoch hat er bei jeder unmittelbaren oder mittelbaren Werbung, sei es für seine Person, seine Praxis oder seine Tätigkeit die gesetzlichen Bestimmungen über den unlauteren Wettbewerb (UWG) und des Gesetzes über die Werbung auf dem Gebiet des Heilwesens (HWG) zu beachten.

Laut UWG kann, wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbes Handlungen vornimmt, die gegen die guten Sitten verstoßen auf Unterlassung und Schadenersatz in Anspruch genommen werden. Damit sind z.B. die vergleichende Werbung, sowie irreführende Angaben, die den Anschein erwecken, ein besonders günstiges Angebot zu machen, die Nachahmung geschützter Dienstleistungen sowie die Verunglimpfung von Mitbewerbern gemeint.

Unzulässig ist eine Werbung lt. HWG für die Erkennung oder Behandlung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden, die nicht auf eigener Wahrnehmung an dem zu behandelnden Menschen beruht (Fernbehandlung).

Unzulässig ist lt. HWG weiterhin eine irreführende Werbung. Diese liegt vor:

  • wenn Arzneimitteln, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder anderen Mitteln eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkung beigelegt werden, die diese nicht haben
  • wenn fälschlich der Eindruck erweckt wird, dass
    - ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann (Heilungsversprechen)
    - die Werbung nicht zu Zwecken des Wettbewerbs veranstaltet wird
  • wenn unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben über die Art und Weise der Verfahren oder Behandlungen, über die Person, Vorbildung, Befähigung oder Behandlungserfolge gemacht werden.

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Heilpraktiker-Gesetz

Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz)

HeilprGDV 1

Erste Durchführungsverordnung zum Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz)

Das Berufsbild und Arbeitsgebiet des Heilpraktikers für Psychotherapie


Erkrankte Menschen, die Behandlung aufsuchen, bedürfen des besonderen Schutzes. Der Gesetzgeber regelt dies mit der Approbation für Ärzte und Psychologen, aber auch durch das Heilpraktikergesetz, mit dem das Erkennen und Behandeln bestimmter Krankheiten erlaubt wird. Die staatliche Heilerlaubnis wird seit 1994 auch erteilt für das Gebiet der Psychotherapie. Mit dieser eingeschränkten Heilerlaubnis ist es möglich, eine eigenen Praxis zu eröffnen und den Titel „Heilpraktiker/in für Psychotherapie“ bzw. „Heilpraktiker/in eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ zu führen.   Berufsbild HP psych

 


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Das Berufsbild und Arbeitsgebiet des Heilpraktikers für Psychotherapie


Erkrankte Menschen, die Behandlung aufsuchen, bedürfen des besonderen Schutzes. Der Gesetzgeber regelt dies mit der Approbation für Ärzte und Psychologen, aber auch durch das Heilpraktikergesetz, mit dem das Erkennen und Behandeln bestimmter Krankheiten erlaubt wird. Die staatliche Heilerlaubnis wird seit 1994 auch erteilt für das Gebiet der Psychotherapie. Mit dieser eingeschränkten Heilerlaubnis ist es möglich, eine eigenen Praxis zu eröffnen und den Titel „Heilpraktiker/in für Psychotherapie“ bzw. „Heilpraktiker/in eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ zu führen.

Der Titel „Psychotherapeut/in“ steht den nach dem Psychotherapeutengesetz von 1999 alleine den approbierten Ärzten und Psychologen zu. Diese sind grundsätzlich berechtigt, alle Krankheiten zu behandeln. Die Ausübung der Heilkunde dagegen gilt der „Volksgesundheit“ (vgl. Heilpraktikergesetz, 1939), nicht der schweren Erkrankungen. Auf psychiatrischen und psychotherapeutischen Gebiet sind diese schweren Erkrankungen klassisch als exogene (körperlich begründete) und endogene (schwere Geisteserkrankungen) definiert.

Als Heilpraktiker/in ist es gleichwohl nötig, die exogenen und endogenen Krankheiten zu erkennen, um diese nicht fälschlich zu behandeln, sondern an Fachkräfte weiter zu verweisen.

 

In der amtsärztlichen Überprüfung durch das Gesundheitsamt werden verlangt:

  • Die Fähigkeit, die psychotherapeutisch heilkundliche von der approbierten medizinischen/psychologischen Tätigkeit abzugrenzen
  • psychodiagnostische Fähigkeiten und Wissen über Ursachen psychischer Erkrankungen
  • ausreichende Kenntnisse über die anerkannten psychotherapeutischen Verfahren sowie über psychisch wirksame Medikamente
  • die Befähigung, Patienten entsprechend der Diagnose zu behandeln, Grenzen und Gefahren der Psychotherapie im Einzelfall zu erkennen sowie sicheres Verhalten in Krisensituationen


Die heilkundliche Psychotherapie gilt den psychogenen Störungen (psychische Krisen, Neurosen u.a.), die approbierte Psychotherapie wendet sich neben den psychogenen Störungen auch den weiteren psychischen Erkrankungen (Psychosen u.a.) zu. Eine eindeutige Definition von psychischer Krankheit ist in der Literatur nicht zu finden.

Folgende Kriterien werden angegeben (nicht alle sind für eine Diagnose erforderlich):

  • Die Person leidet
  • verhält sich fehlangepasst
  • Verhalten ist von allgemeinen Maßstäben abweichend
  • verhält sich irrational
  • Verhalten ist unvorhersagbar
  • Verhalten ist moralisch inakzeptabel
  • Verhalten löst beim Beobachter Unbehagen aus
  • Kontrollverlust ist gegeben

 

Zu beachten: Abnorm bedeutet nicht notwendigerweise krank. Es kann sogar krankhaft sein, sich unter allen Umständen immer „normal“ verhalten zu wollen.

Abweichungen von der Norm

  • in „positiver“ Richtung = höchstbegabt, intuitiv
  • in „negativer“ Richtung = störend, leidvoll, versagend

 


Generell stehen im Vordergrund der Betrachtung:

  • der Leidensaspekt
  • der Versagensaspekt
  • der Beziehungsaspekt
  • der Verlust der Selbstregulation

Gesund ist der Mensch, dem u. U. auch trotz des Leidensdrucks einer Körperkrankheit und/oder gegen den Normendruck der Gesellschaft sein Leben gelingt (Selbstverwirklichung), der den Forderungen seines Wesens (Echtheit) und der Welt entsprechen und ihre Aufgaben bestehen kann (Adaption, Coping) – einer, der sich im Leben bewährt (Scharfetter, Allg. Psychopathologie).

Krank ist im Selbstverständnis des „Patienten“ und im Urteil seiner Umwelt, wer, aus welchen Gründen auch immer, an sich und der Welt über das landes- oder gruppenübliche Maß hinaus qualitativ und/oder quantitativ leidet, wer mit den gegebenen nicht allzu extremen Verhältnissen bis zu einem lebensbeeinträchtigenden Maß nicht zurechtkommt, wer in Lebens- oder Weltbewährung versagt, wer infolge eines hochgradigen Andersseins nicht in lebendige Verbindung zu anderen Menschen treten kann.
Um erfolgreich Patienten behandeln zu können, ist es neben dem Bestehen der Prüfung, die im wesentlichen eher theoretische Kenntnisse abfragt, zusätzlich erforderlich, eine ausreichende praktische Ausbildung als Heilpraktiker Psychotherapie abzulegen.

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